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#9 Ein Boot für Joseph Beuys

#9 Ein Boot für Joseph Beuys

10m 23s

Am 20. Oktober 1973 ist NRW Schauplatz einer spektakulären Aktion, die in die deutsche Kunstgeschichte einging: Der weltbekannte Künstler Joseph Beuys setzte in einem Einbaum vom linken Rheinufer in Düsseldorf zur Kunstakademie auf der anderen Rheinseite über. Die "Heimholung des Joseph Beuys", inszeniert von Anatol Herzfeld und weiteren Beuys-Schülern, war Höhepunkt studentischer Proteste gegen den Rausschmiss von Beuys an der Akademie. Der damalige Wissenschaftsminister Nordrhein-Westfalens, Johannes Rau (SPD), hatte Beuys vor die Tür gesetzt, weil sich dieser unter anderem jahrelang gegen die Zulassungsbeschränkungen der Kunstakademie hinwegsetzte. Mit der "Heimholung" wollten Anatol, Beuys und andere Mitstreiter ihre künstlerische Freiheit unterstreichen. Als...

#8 Eine Mauer durch den Schulhof

#8 Eine Mauer durch den Schulhof

15m 0s

Beim Stichwort „Mauerbau“ denken die meisten Deutschen wohl an die Berliner Mauer. Weniger bekannt ist eine andere Grenzmauer, die ein Jahr zuvor errichtet wurde – und zwar im kleinen Ort Ringenberg, heute ein Ortsteil von Hamminkeln am Niederrhein. Die zwei Meter hohe Mauer stand auf dem Pausenhof der Volksschule in Ringenberg und teilte die Schule in einen katholischen und einen evangelischen Teil. Die Ringenberger Mauer ist ein extremes Beispiel für die konfessionelle Spaltung der ersten Nachkriegsjahrzehnte in Nordrhein-Westfalen. Protestanten und Katholiken blieben häufig unter sich. Dazu trugen auch die Konfessionsschulen bei, die in der Landesverfassung von 1950 als Regelfall festgeschrieben...

#7 Eine Katastrophe mit Folgen

#7 Eine Katastrophe mit Folgen

15m 0s

Der Flughafenbrand von Düsseldorf am 11. April 1996 forderte 17 Menschenleben, mehr als 80 wurden verletzt. Was an diesem Tag mit kleinen Schweißarbeiten im Terminal A des zu dieser Zeit drittgrößten deutschen Flughafens begann, endete in einer der größten Katastrophen, die NRW in seiner 75-jährigen Geschichte erlebt hat. Zeitzeuge Christian Reiling beschreibt, wie er es dank seines Handys schaffte, in letzter Minute auf sich aufmerksam zu machen, nachdem er über eine halbe Stunde in der Lufthansa-Lounge eingeschlossen war.

Ein Gutachten, das der damalige nordrheinwestfälische Ministerpräsident Johannes Rau im Anschluss an die Brandkatastrophe in Auftrag gab, hatte weitreichende Folgen – nicht...

#6 Ein neuer Wind

#6 Ein neuer Wind

17m 3s

Nirgendwo in Deutschland gab es so viel dicke Luft wie in Nordrhein-Westfalen. Zumindest bis Mitte der 80er Jahre. Seitdem ist über dem Ruhrgebiet wieder blauer Himmel zu sehen – so, wie es der spätere Bundeskanzler Willy Brandt 1961 gefordert hatte. Aber wie schafften es die Nordrhein-Westfalen, für bessere Luft zu sorgen? Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt, wie sehr die Ballung von Schwerindustrie in NRW zur Luftverschmutzung beigetragen hat – und wie der Protest an Rhein und Ruhr gegen Kraftwerke und eben jene Industriebetriebe, die mit ihren Abgasen ungefiltert Schwefeldioxid freisetzten, zu einem Umdenken in der Politik führte.

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#5 Eine Rose für NRW

#5 Eine Rose für NRW

11m 18s

Im August 2021 hat Nordrhein-Westfalen seinen 75. Geburtstag gefeiert. Ganz Nordrhein-Westfalen? Nein. Denn der kleine Freistaat Lippe an der östlichen Grenze Nordrhein-Westfalens gehörte bei der Gründung des Landes 1946 noch nicht dazu. Erst mit fünfmonatiger Verspätung, genauer gesagt am 21. Januar 1947, ist Lippe dem Land Nordrhein-Westfalen beigetreten. Heute ist die Lippische Rose Teil des Landeswappens. Der Zusammenschluss mit dem jungen Bundesland NRW war damals allerdings keine Selbstverständlichkeit. So stand auch ein Beitritt zum Land Niedersachsen zur Debatte. Warum die Wahl am Ende doch auf Nordrhein-Westfalen fiel und wie sich diese Entscheidung auf die Identität der Lipper ausgewirkt hat, erklären...

#4 Ein besonderer Stoff

#4 Ein besonderer Stoff

15m 18s

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt die Herstellung von Textilien und Kleidung in Westdeutschland einen sprunghaften Anstieg. Die Nachfrage nach Stoffen ist enorm. In Textilhochburgen wie Mönchengladbach, lange als das „Rheinische Manchester“ bekannt, stellt die Textilindustrie in den 1950er Jahren einen der umsatzstärksten Wirtschaftszweige dar. Doch bereits Ende der 1950er Jahre entwickelt sich in der Branche Existenzangst. In den von der Textilindustrie geprägten Regionen am Niederrhein und im Münsterland steigt die Arbeitslosigkeit, Betriebe müssen schließen. Eingeleitet wird der Niedergang durch heimische Überproduktion und günstige Importe. Einige Unternehmen können sich jedoch auf den Markt behaupten. Sie erfinden sich neu und verhelfen somit...

#3 Ein Kampf für Gerechtigkeit

#3 Ein Kampf für Gerechtigkeit

15m 24s

Als eine Mitarbeiterin des Gelsenkirchener Großfotolabors Heinze 1978 zufällig die liegengelassene Gehaltsabrechnung eines männlichen Kollegen findet, wird sie wütend: Die Männer der Abteilung verdienten etwa 1,50 DM mehr pro Stunde als die Frauen – für die gleiche Arbeit. Das nehmen 29 Fotolaborantinnen zum Anlass, einen aufsehenerregenden Kampf gegen ihren Arbeitgeber zu führen. Die „Heinze-Frauen“ ziehen bis zum Bundesarbeitsgericht in Kassel und bekommen dort 1981 recht. Ihr Einsatz für eine faire Bezahlung schlägt hohe Wellen, es gibt eine breite gesellschaftliche Solidarisierung. Die feministische Zeitschrift „Emma“ von Alice Schwarzer berichtet ebenso über die „Heinze-Frauen“ wie das Magazin „Brigitte“. Dort werden die 29...

#2 Eine neue Heimat?

#2 Eine neue Heimat?

21m 51s

In den späten 1950er Jahren brummt die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen und anderen Teilen der noch jungen Bonner Republik. Woran es aber mangelt, sind Arbeitskräfte. So sehr, dass man sich dazu entschließt, sogenannte Anwerbeabkommen mit anderen Staaten abzuschließen. Zwischen 1955 und 1973 kommen mehrere Millionen Menschen nach Deutschland, in NRW erhalten Hunderttausende "Gastarbeiter" Arbeitsplätze. Nach Auslaufen der Arbeitsverträge sollen die Angeworbenen wieder in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Doch für viele ist das längst keine Option mehr. Geschichten wie die von Ata Canani und Haeng Ja Fischer prägten NRW nachhaltig: Canani wird 1964 in der Türkei geboren, mit elf Jahren folgt er seinem...

#1 Ein geheimer Ort

#1 Ein geheimer Ort

18m 28s

Mitten im Kalten Krieg entsteht in der Nähe des kleinen Eifelörtchens Urft ein geheimer Atombunker, der im Falle eines Krieges als Ausweichsitz für die NRW-Landesregierung dienen soll. Sogar ein Notfallstudio des WDR ist vorhanden, damit der Ministerpräsident Überlebende nach einem Atomangriff mit Informationen versorgen kann. Zwischen 1966 und 1989 wird im Bunker etwa alle zwei Jahre der Ernstfall geprobt. Etwa 1.000 Quadratmeter groß ist der Komplex, der Bunker ist in den Hang gebaut, der Eingang liegt versteckt hinter einem Garagentor. Eine Reise in die Eifel - und zurück in eine Zeit, in der auch in Nordrhein-Westfalen die Angst vor einem...

Trailer

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3m 17s

Wir beleuchten die großen Herausforderungen und Brüche in diesem Land sowie die Fähigkeit der Menschen, immer wieder auf veränderte Bedingungen zu reagieren und Neues daraus entstehen zu lassen. Unser Blick zurück in die wechselvolle Geschichte des Landes zeigt, dass die Herausforderungen von gestern auch heute nichts an Aktualität verloren haben.